Autoren sterben einsam – endlich auf Amazon zu haben!

Lange nichts mehr geschrieben in diesem Blog. Nun, das betrifft allerdings tatsächlich nur den Blog, denn ich habe es mitunter tatsächlich geschafft, Autoren sterben einsam fertig zu schreiben und zu überarbeiten.

Ich wollte nämlich unbedingt beim Kindle-Storyteller-Award 2015 teilnehmen und habe mir daher selbst etwas Feuer unter dem Hintern gemacht.

Das Ergebnis findet ihr nun hier:

Autoren sterben einsam bei Amazon

Beschreibung:
Hagen Neubauer ist verzweifelt: Frau und Job sind längst weg, alles was ihm geblieben ist, ist das Schreiben. Doch eine Absage jagt die nächste, weshalb sich Hagen auf Spurensuche begibt. Ist er wirklich nicht gut genug? Oder liegt es daran, dass der erfolgreiche Regionalkrimiautor Frank Wegener viel zu produktiv ist, als dass ein weiterer Hessenkrimi Platz in den Verlagsprogrammen finden würde?

Als Hagen dann noch einem obskuren Dienstleisterverlag auf den Leim geht und seine Schulden immer weiter wachsen, sieht er keine andere Möglichkeit als Frank Wegener vorzeitig in den Ruhestand zu schicken…

Begleiten Sie Hagen Neubauer auf eine wahnwitzige Reise durch Verlagswesen und Unterwelt, lernen Sie mit ihm Betrüger, Autoren, Agentinnen, heiße Frauen und einen Hessen im Unterhemd kennen.

Autoren sterben einsam

Edit vom 2.9.15: Das ganze Buch ist nun hier erhältlich:

Autoren sterben einsam bei Amazon

Hier ist ein Auszug aus „Autoren sterben einsam“, meinem letztjährigen NaNo-Projekt.
Mein Musiktipp: Monty Python – Money Song

„Hier haben Sie den Vertrag. Unterschreiben Sie, und Ihr erstes Buch ist schon so gut wie gedruckt, der Vorschuss so gut wie auf Ihrem Konto.“

Hagen zog beide Augenlider und –brauen ein Stück weiter hoch. „Wow, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke!“

„Danken Sie nicht mir.“ Der Verlagsleiter lächelte Hagen an, und nahm ein Formular in die Hand. „Da wären noch einige Kleinigkeiten, Sie verstehen sicher.“

„Kleinigkeiten?“

„Ja, klitzekleine Kleinigkeiten. Womit schreiben Sie?“

„Mit einem Laptop. Die freie Office-Software.“

„Aha.“ Der Verlagsleiter nahm einen Stift zur Hand und setzte ihn über dem Formular an. „Woher haben Sie den Laptop?“

Hagen sah den Verleger schweigend an.

„Wenn ich fragen darf, natürlich.“

„Nun ja, aus dem Supermarkt. Ich verstehe nicht, ist das wichtig?“

„Oh ja, klar. Sehr wichtig.

„Verstehe. Nein, eigentlich nicht.“ Hagen erhob sich ein wenig aus seinem Sitz um einen besseren Blick auf sein Gegenüber zu bekommen. „Was streichen Sie denn da?“

„Oh, nichts. Keine Sorge, alles in Ordnung. Es gibt keine Komplikationen, nichts Ernstes.“

„Wieso betonen Sie das so?“

„Tja… Nun, warum füllen Sie den Rest nicht selbst aus?“ Der Verlagsleiter reichte das Formular über den Schreibtisch.

„Gerne.“ Hagen nahm den Stift zur Hand, las das Formular, und kreuzte hier und da etwas an. Ab und zu nickte der Verlagsleiter und lächelte dabei. Nach drei Minuten sah Hagen ihn an. „Warum soll ich aufschreiben, was ich zum Frühstück esse?“

„Nur eine Formalität, nichts weltbewegendes. Einfach weiter machen.“

„Und wieso wollen Sie meine Toilettenpapier-Marke wissen?“

Weiterlesen

Buchpirat an Autor

Raubkopien und Urheberrechtsverletzungen (sich mit fremden Federn schmücken) gab es schon immer (auch vor der Musik- und VHS-Kassette), und wird es wohl auch immer geben, wenn wir nicht die Utopie aus Star Trek verwirklichen.

Ich weiß nicht, ob es Studien gibt, wie sich Raubkopien letztlich auswirken, ob eher positiv oder negativ. Der Produzent von Game of Thrones hat kein Problem damit, dass seine Serie so sehr runtergeladen wird, denn dadurch bleibt sie im Gespräch. Aber Medien sind unterschiedlich, das habe ich ja schon öfter erwähnt. Ob jetzt ein Autor etwas davon hat, wenn jemand sein Ebook als Raubkopie gelesen hat? Wenn er anderen darüber erzählt, kann er diesen im Anschluss ja gleich die Datei schicken. Die gedruckte Version wird er wohl nur kaufen, wenn ihm das Buch sehr gut gefallen hat. Gibt es das Buch nur als eBook, kann es wohl schlecht oder gut gewesen sein, er wird nichts nachträglich dafür berappen wollen.

Höchsten, wenn er eine Rezension schreiben würde, auf den eBook-Verkaufsplattformen, könnte derjenige etwas dem Autor zurückgeben.

Aber ich frage mich auch: Warum wird raubkopiert? Damals wie heute spielt(e) wohl das Geld eine große Rolle. Wer nichts hat, kann auch nichts kaufen. Und natürlich muss man zunächst mal darauf achten, dass es der eigenen Familie gut geht, und die auch anständig versorgt ist, bevor man egoistisch ist, und sich Sachen zur eigenen Unterhaltung (und das ist es doch meistens, machen wir uns nichts vor) kauft. Hat jemand eben nicht genug Geld für sich selbst übrig, dann kann dieser sich mit einer Raubkopie trotzdem ein wenig Unterhaltung verschaffen. Ich denke, die Hemmschwelle ist da recht gering.

Keine Ahnung, ob es andere oder bessere Gründe gibt, ich kenne keine Studien. Aber es offenbart im Prinzip doch einiges: Es fehl vielen Leuten an Geld. Denjenigen, die Inhalte schaffen, und denjenigen die Inhalte konsumieren. Und ich denke, dass genau das der Ansatzpunkt sein muss.

Zur Überschrift, da steht Buchpirat an Autor. Es geht wie neulich um den ehemaligen Captain der Buchpiraten, aber was schreibe ich denn um den heißen Brei, schließlich dürfte inzwischen fast jeder von Spiegelbest gehört haben, und wahrscheinlich um einiges früher als ich selbst. Jedenfalls hat Spiegelbest einen Brief an die Indie-Autoren von Qindie gerichtet, offiziell mit dem Segen der Plattform. Dort ist der Text wie auch in seinem Blog veröffentlicht worden, und hat wohl einiges an Staub aufgewirbelt.

Ich habe den Brief gelesen, auch schon Spiegelbests Reaktion auf die Reaktionen, aber muss gerade von den Reaktionen noch so einiges durchlesen. Ich denke, da ist noch einiges an Recherche meinerseits erforderlich, ich werde an dem Thema aber dranbleiben, weil es mich interessiert.

Anscheinend war Spiegelbest vor seiner Zeit bei Torbooks sogar noch bekannter, als während seiner Zeit dort, wie er selbst schreibt.

„Ich bin Spiegelbest und war vor meiner Zeit bei TorBoox der wohl bekannteste Buchpirat in Deutschland.“

Mir ist jetzt kein Fall bekannt, in dem ein „Pirat“ bzw. Raubkopierer sich so offen an Konsumenten wie Urheber gerichtet hat (in Interviews, durch einen Blog und mittels offenen Briefen) aber vielleicht gibt es ja irgendwo Infos dazu. Berühmtheit kann man schließlich auch auf andere Arten erlangen. Jedenfalls ist auch gerade das „Buchpirat an Autor“ (und an Konsument, Verlag, Rechteinhaber, -verwerter, …) so interessant an diesem Thema. Wie gesagt, ich bleibe dran und werde weiter meine Gedenken dazu veröffentlichen.

Und als jemand, der auch (überwiegend kann ich nicht sagen, da ich ja doch eine ordentliche Menge Games-Artikel verfasse) Fiktion schreibt, würde ich lügen, wenn ich sage, ich würde mir nicht auch das eine oder andere herauspicken, um es vielleicht mal in einer Geschichte verarbeiten zu können.