ESC 2016

Ich muss mal wieder etwas schreiben.

Momentan arbeite ich an einigen Dingen (hauptsächlich daran, mir immer alle Konsolen und die wichtigsten Spiele für meine Sammlung leisten zu können), weswegen es blogtechnisch eher wenig gibt.

Aber wenn es einen Beitrag in diesem ersten Halbjahr 2016 geben muss, dann doch zum ESC, oder? Ehrlich, ich schaue mir das Ding Jahr für Jahr immer gerne an. Auch weil ich mich gerne von Interpreten und ihren Liedern überraschen lasse. Dass der Ausgang dieses Jahr eher politisch war (zumindest was die Jury angeht), obwohl man keine politisch motivierten Songs haben möchte (darum wurde 2009 z.B. auch das Lied „We Don’t Wanna Put In“ disqualifiziert – damals ahnte kaum einer, welche Späßchen Onkel Wladi noch vorhatte, am wenigsten die westeuropäischen Staatsoberhäupter), dürfte man mitbekommen haben. Ein paar Gedanken zu dem Ganzen möchte ich noch loswerden.

Man kann von unserem Beitrag „Ghost“ halten, was man will: Es erfüllt zeitgenössische Pop-Anforderungen und die Interpretin Jamie-Lee kann singen. Ja, es war gesanglich wirklich gelungen. Das reicht aber nicht, spätestens seit der Ost-Erweiterung des ESC – das müsste man inzwischen wissen. Worauf ich hinaus will: Der deutsche Vorentscheid ist unbrauchbar. Die deutschen Zuschauer wählen dabei das Lied, das ihnen am meisten gefällt. Nicht das, dem sie die meisten Chancen beim ESC ausrechnen. Das kann nicht aufgehen.

Natürlich kann es auch sein, dass uns schlichtweg keiner mehr leiden kann, und dass Lena mit ihrem Satellite 2010 einfach ein Aurutscher war. Nein, Satellite war schon ein Top-Lied, das muss man schon sagen. Ansonsten konnten Guildo Horn und Stefan Raab zur Jahrtausendwende mit ihren schrägen Auftritten schon eher punkten, davor und danach war auch eher Durststrecke angesagt.

Muss also wieder Blödelei her? Warum nicht. Zumindest irgendetwas außergewöhnliches, das sich von der Masse abhebt. Davon gab es insgesamt dieses Jahr beim ESC eher nichts. Ich fand ja Australien am besten, wie auch die Jurys das taten. Aber bei den Zuschauerabstimmungen gelten oft andere Regeln.

So hat Russland von uns 12 Punkte aus dem Telefonvoting bekommen, war insgesamt erster beim kompletten Zuschauerranking. Ich glaube nicht, dass uns Deutschen das Lied so gut gefallen hat, eher nehmen die in Deutschland lebenden Russen den ESC viel ernster als andere Bevölkerungsgruppen (gerade unter den Deutschen interessieren sich doch viele nicht die Bohne für den Eurovision Song Contest). Auf jeden Fall gab es eine große Diskrepanz zwischen Jury- und Publikumsvotings, so landete Polen bei der Jury auf dem vorletzten Platz, während die Zuschauer den dritten Platz vergaben.

Ich denke, der ESC hat seinen Zenit längst überschritten. Früher sollte er für Frieden stehen, heute stehen Zankereien im Mittelpunkt. Die einen wollen nicht mitmachen, wenn dieser oder jene Staat dabei ist, die anderen nur, wenn sich an Votings und Big-Five-Regelung was ändert.Das eine Land wird wegen Schulden ausgeschlossen, das nächste hat kein Interesse mehr. Und für China, die sehr gerne mitmachen wollen, hat es dieses Jahr noch nicht geklappt (Israel und die Türkei dürfen ja auch, obwohl sie nicht zu Europa gehören)

Zeit umzudenken? International wird schwierig, schon wegen der Zeitzonen (in Australien war es früher Morgen). Und so gerne man mehr Länder und somit mehr Vielfalt dabei hat, fairer wird es nicht. Da nicht alle Länder in einer Show auftreten können, gibt es nun schon länger die Halbfinalwettbewerbe. Auch hier können Zuschauer voten, das Interesse dürfte jedoch gering (und nicht in allen Ländern gleich sein). Die Shows finden zudem unter der Woche statt, bei uns laufen sie auf Eins Festival. Ob das optimal ist? Wie alles am ESC eben nicht, das ist meine Meinung.

Man darf gespannt sein, inwiefern hier die Veranstalter weiter ändern und herumschrauben – und was dabei herauskommt. Für Deutschland sehe ich jedenfalls weiter hintere Plätze voraus. Man könnte 2017 ja Ulli Potofski hinschicken, der dann drei Minuten lang (z.B. zu Chiptunes) einen Hot Dog isst. Ich würde jedenfalls keinen großen Aufwand mehr betreiben.

3 Gedanken zu „ESC 2016

  1. Ja der esc spaltet wohl die Gesellschaft. Ich hab mir da auch schon Gedanken gemacht und gemerkt, dass es eigentlich nicht drauf an kommt, wie man es dreht und wendet, irgendwie wirds nicht besser. Die Schweizer Kandidaten fallen ja auch immer bereits im Halbfinale raus und somit ist bei uns nicht einmal mehr der Wille da, neue Kandidaten zu finden und zu unterstützen. Bin gespannt wie es da weiter geht.

      • Ja zumal es immer total schöne lieder gibt, die in den halbfinalen gesungen werden und irgendwie schaffen es die weiter, die kreuz falsch sangen😉 naja nicht alle natürlich aber manchmal kommts mir so vor😉

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s