Blogger schenken Lesefreude – Piraten haben gar nichts zu verschenken

Die eigenen Bücher verschenken kann ja jeder! Das habe ich schon bewiesen…

Die Bücher von anderen… Nein, ich bin nicht unter die Buchpiraten gegangen! Die verschenken doch nicht einmal Bücher, sondern verlangen Geld für ihren „Service“ und beklagen sich dann darüber, wenn sich die Leute nur stöbern, und sich die Bücher anderswo kostenlos laden. Also genau so, als wenn man im Buchladen in die Bücher schauen und per Smartphone auf Amazon bestellen würde. Oder als wenn man bei Amazon stöbern und dann auf die Piratenseite gehen würde.

Schlimm, schlimm! Die armen Buchpiraten. Von was sollen die denn leben, wenn niemand mehr für ihren „Service“ bezahlt. Wer füttert ihre Kinder, Katzen und Hunde durch? Wer bezahlt die Tankfüllung für den Benz? Wer bezahlt den Lohn der Angestellten? Also die, die in den Einzelhandelsläden der selbstständigen Buchpiraten arbeiten. Vermutlich kriegen die aber ja nicht einmal den Mindestlohn…

Da ist es für manche Buchpiraten natürlich prima, wenn man dem Leser (oder „Nutzer“, wie die Piraten den „Leser“ nennen) ein Feindbild bescheren kann: Der Autor. Der Autor ist ja so böse, nur aufs Geld aus und sitzt gerne im Elfenbeinturm mit der dicken Zigarre in den Mundwinkeln hinter einem Schreibtisch, der Rajesh Koothrappali und George Costanza vor Neid erblassen lassen würden. Erst nachdem die Piraten den Elfenbeinturm beschädigt  haben, das Geld ausbleibt und der Autor deswegen seine Felle davon schwimmen sieht, erst jetzt kümmert er sich um den Leser. Vorher war der Leser dem Autor nämlich schnurzpiepegal.

Wie es Andreas Eschbach, Tom Liehr und andere schon deutlich gemacht haben: Wenn es dem Autor nur ums Geld gehen würde, fände er sicher leichtere Methoden als zu schreiben.

Also habe ich jetzt tatsächlich etwas zu verschenken, denn zum Welttag des Buches am 23.4.2013 läuft wieder die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“. Dabei machen viele Blogs mit und verlosen Bücher. Meine kompletten, bisherigen eBook-Einnahmen sind dabei für den Preis draufgegangen: Little Brother von Cory Doctorow.

Kurz nachdem das Buch bei mir ankam, bekam ich auch eine Mail von einem Verlag, dass ich mir gerne einen Preis aus seinem Verlagsprogramm aussuchen könne. Dankeschön! Aber vielleicht nehme ich das Angebot wahr und verlose eben noch ein zweites Buch. Denn Little Brother finde ich einfach zu wichtig. Wie ein Kollege von mir treffend bemerkte: „Es ist selten, dass ein Buch plötzlich das Genre wechselt, von der Dystopie zur Gegenwartsliteratur. Ohne dass sich an dem Buch selbst etwas ändert.“

Demnächst also mehr zum Thema Blogger schenken Lesefreude.

Und morgen nehme ich mir eine dicke Zigarre, setze mich hinter den Schreibtisch des Chefs des Chefs meines Chefs, lege die Füße hoch und… Ne, das lass ich dann doch lieber bleiben, wenn ich weiterhin Geld verdienen will.

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