Bully macht Buddy

Deutsche Sitcoms hinterlassen meist einen unangenehmen Nachgeschmack. In den Neunzigern sind die deutschen Versionen von „Eine schrecklich nette Familie“ und „Wer ist hier der Boss?“ genau so gescheitert wie später die Adaption von „The IT Crowd“ und erst kürzlich die von „The New Adventures of Old Christine“. „Ein Herz und eine Seele“, „Familie Heinz Becker“ und „Hausmeister Krause“ haben dagegen funktioniert, weil die Figuren nicht cool sein sollten, sondern deutsche Spießbürger waren. Dabei war auch Ekel Alfred eine Adaption einer britischen Sitcom.

Es muss also nicht unbedingt schlecht sein, wenn man etwas adaptiert. Genauso gut kann es schiefgehen, wenn man etwas vermeintlich Neues machen will. Manchmal braucht eine Serie aber auch Zeit, wie z.B. einst Star Trek: The Next Generation, woher auch der Spruch „Growing the beard“ kommt, denn die Serie wurde besser, nachdem sich Riker einen Bart wachsen ließ.

Was auch immer gut in Deutschland funktioniert hat, sind Sketchshows. Die Bullyparade beispielsweise. Michael „Bully“ Herbig hat sich danach in der Filmbranche einen Namen gemacht. Für seinen neuen Film „Buddy“ hat er einen Sitcom-Ableger namens „Bully macht Buddy“ gedreht. Die erste Folge ist wohl komplett in die Hose gegangen, wie die Zuschauer fanden. Es gab einen mittleren Shitstorm und nur negative Artikel.

Die erste Folge war wirklich überflüssig. Die Episodentitel sind eine Anspielung auf „Friends“, die Folge an sich war eine groteske Version von „Two and a half men“. Aber ich beurteile Serien nicht nach der ersten Folge. Bully macht Buddy kann man aber nicht zu viel Zeit geben, denn die Serie hat ja nur sechs Folgen.

Also wollte ich zuerst etwas über die Serie schreiben, wenn ich die zweite Folge gesehen habe. Das habe ich nun, und diese war um einiges besser als die erste. Zwar immer noch weit weg von den besten amerikanischen Vorbildern, aber doch recht gut. Ich musste wirklich ein paar Mal lachen.

Also: Gebt Bully ruhig noch eine zweite Chance.

BTW: Bei der ersten Folge kam mir das Ganze auch wie eine Persiflage auf Sitcoms vor. Allerdings hat das „Hier kommt Bush“ schon viel besser hinbekommen. Die zweite Folge hatte ja auch einen Plot, der so alt ist wie das Sitcom-Genre an sich. Aber mal sehen, was die anderen Folgen bringen, und in welche Richtung sie gehen.

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