Little Brother – Blogger schenken Lesefreude

Heute ist es soweit, der Welttag des Buches findet statt und damit auch die Aktion “Blogger schenken Lesefreude”. Bücher haben uns auch schon immer die Gefahren aufgezeigt, denen normale Menschen durch die Obrigkeit ausgesetzt sind, so beispielsweise in “1984″.

Auch Little Brother von Cory Doctorow ist so ein wichtiges Buch, dessen Gefahren viel zu schnell real geworden sind. Die NSA und andere Geheimdienste sind außer Kontrolle geraten, schnüffeln alle aus und das nur noch zum Selbstzweck. Allein wenn man bedenkt, wie gut es der Menschheit gehen würde, wenn zahlreiche Menschen mit unnötigen Jobs, wie z.B. bei Geheimdiensten, sinnvollen Tätigkeiten nachgehen würden.

Was müsst ihr also tun, um an das Buch zu kommen? Ich dachte zuerst an einen Plan, wie man der NSA ein Schnippchen schlagen oder es ihnen zumindest ein wenig heimzahlen könnte. Da wären aber vielleicht so viele gute Pläne dabei, die die NSA dann per Google-Übersetzer… Naja, so schlimm wäre es vielleicht doch nicht.

Ok, hier kommt eure Aufgabe: Schreibt in den Kommentaren, was ihr gerne mal mit der NSA bzw. deren Mitarbeitern oder Chefs machen würdet. Zuparken, eine Riesenlieferung Pizza bestellen, anrufen und nach Herr Dünnsch fragen, Screenshot vom Desktop machen, als Hintergrund verwenden und alle Verknüpfungen löschen… Lasst eurer Kreativität freien Lauf! In einer Woche suche ich die beste Idee aus und küre sie mit “Little Brother” von Cory Doctorow.

Blogger schenken Lesefreude – Piraten haben gar nichts zu verschenken

Die eigenen Bücher verschenken kann ja jeder! Das habe ich schon bewiesen…

Die Bücher von anderen… Nein, ich bin nicht unter die Buchpiraten gegangen! Die verschenken doch nicht einmal Bücher, sondern verlangen Geld für ihren “Service” und beklagen sich dann darüber, wenn sich die Leute nur stöbern, und sich die Bücher anderswo kostenlos laden. Also genau so, als wenn man im Buchladen in die Bücher schauen und per Smartphone auf Amazon bestellen würde. Oder als wenn man bei Amazon stöbern und dann auf die Piratenseite gehen würde.

Schlimm, schlimm! Die armen Buchpiraten. Von was sollen die denn leben, wenn niemand mehr für ihren “Service” bezahlt. Wer füttert ihre Kinder, Katzen und Hunde durch? Wer bezahlt die Tankfüllung für den Benz? Wer bezahlt den Lohn der Angestellten? Also die, die in den Einzelhandelsläden der selbstständigen Buchpiraten arbeiten. Vermutlich kriegen die aber ja nicht einmal den Mindestlohn…

Da ist es für manche Buchpiraten natürlich prima, wenn man dem Leser (oder “Nutzer”, wie die Piraten den “Leser” nennen) ein Feindbild bescheren kann: Der Autor. Der Autor ist ja so böse, nur aufs Geld aus und sitzt gerne im Elfenbeinturm mit der dicken Zigarre in den Mundwinkeln hinter einem Schreibtisch, der Rajesh Koothrappali und George Costanza vor Neid erblassen lassen würden. Erst nachdem die Piraten den Elfenbeinturm beschädigt  haben, das Geld ausbleibt und der Autor deswegen seine Felle davon schwimmen sieht, erst jetzt kümmert er sich um den Leser. Vorher war der Leser dem Autor nämlich schnurzpiepegal.

Wie es Andreas Eschbach, Tom Liehr und andere schon deutlich gemacht haben: Wenn es dem Autor nur ums Geld gehen würde, fände er sicher leichtere Methoden als zu schreiben.

Also habe ich jetzt tatsächlich etwas zu verschenken, denn zum Welttag des Buches am 23.4.2013 läuft wieder die Aktion “Blogger schenken Lesefreude”. Dabei machen viele Blogs mit und verlosen Bücher. Meine kompletten, bisherigen eBook-Einnahmen sind dabei für den Preis draufgegangen: Little Brother von Cory Doctorow.

Kurz nachdem das Buch bei mir ankam, bekam ich auch eine Mail von einem Verlag, dass ich mir gerne einen Preis aus seinem Verlagsprogramm aussuchen könne. Dankeschön! Aber vielleicht nehme ich das Angebot wahr und verlose eben noch ein zweites Buch. Denn Little Brother finde ich einfach zu wichtig. Wie ein Kollege von mir treffend bemerkte: “Es ist selten, dass ein Buch plötzlich das Genre wechselt, von der Dystopie zur Gegenwartsliteratur. Ohne dass sich an dem Buch selbst etwas ändert.”

Demnächst also mehr zum Thema Blogger schenken Lesefreude.

Und morgen nehme ich mir eine dicke Zigarre, setze mich hinter den Schreibtisch des Chefs des Chefs meines Chefs, lege die Füße hoch und… Ne, das lass ich dann doch lieber bleiben, wenn ich weiterhin Geld verdienen will.

Last Chance

Morgen ist der letzte Exklusivtag von “Irene Igelmann: Irgendwas mit Fischen” bei Amazon KDP. Danach wird das eBook auch bei anderen Shops erhältlich sein, so nach und nach.

Deshalb wird es morgen noch eine allerletzte Kostenlosaktion auf Amazon geben. Viel Spaß!

Natürlich sind alle meine eBooks bei Amazon DRM-frei (und können so einfach in ePub umgewandelt werden). Und – sofern es der jeweilige Shop erlaubt – auch die ePub-Ausgaben.

Stadtrandritter-Aktion “Dein Clip”

Nils Mohl und der Rowohlt-Verlag haben eine interessante Aktion gestartet. Die Leser von Stadtrandritter sind aufgerufen, eine Seite (immerhin hat das Buch 688 davon) ihrer Wahl vorzulesen und das ganze als Clip auf Youtube hochzuladen. Die Clips werden dann auf nilsmohl.de/deinclip gesammelt. Nach und nach landet so das ganze Buch als außergewöhnliche Lesung im Netz – natürlich nur, wenn genügend Leute mitmachen.

Wieder ein origineller Gegenbeweis für die These, Autoren und Verlage würden sich nicht auf neue Ideen einlassen.

Bully macht Buddy

Deutsche Sitcoms hinterlassen meist einen unangenehmen Nachgeschmack. In den Neunzigern sind die deutschen Versionen von “Eine schrecklich nette Familie” und “Wer ist hier der Boss?” genau so gescheitert wie später die Adaption von “The IT Crowd” und erst kürzlich die von “The New Adventures of Old Christine”. “Ein Herz und eine Seele”, “Familie Heinz Becker” und “Hausmeister Krause” haben dagegen funktioniert, weil die Figuren nicht cool sein sollten, sondern deutsche Spießbürger waren. Dabei war auch Ekel Alfred eine Adaption einer britischen Sitcom.

Es muss also nicht unbedingt schlecht sein, wenn man etwas adaptiert. Genauso gut kann es schiefgehen, wenn man etwas vermeintlich Neues machen will. Manchmal braucht eine Serie aber auch Zeit, wie z.B. einst Star Trek: The Next Generation, woher auch der Spruch “Growing the beard” kommt, denn die Serie wurde besser, nachdem sich Riker einen Bart wachsen ließ.

Was auch immer gut in Deutschland funktioniert hat, sind Sketchshows. Die Bullyparade beispielsweise. Michael “Bully” Herbig hat sich danach in der Filmbranche einen Namen gemacht. Für seinen neuen Film “Buddy” hat er einen Sitcom-Ableger namens “Bully macht Buddy” gedreht. Die erste Folge ist wohl komplett in die Hose gegangen, wie die Zuschauer fanden. Es gab einen mittleren Shitstorm und nur negative Artikel.

Die erste Folge war wirklich überflüssig. Die Episodentitel sind eine Anspielung auf “Friends”, die Folge an sich war eine groteske Version von “Two and a half men”. Aber ich beurteile Serien nicht nach der ersten Folge. Bully macht Buddy kann man aber nicht zu viel Zeit geben, denn die Serie hat ja nur sechs Folgen.

Also wollte ich zuerst etwas über die Serie schreiben, wenn ich die zweite Folge gesehen habe. Das habe ich nun, und diese war um einiges besser als die erste. Zwar immer noch weit weg von den besten amerikanischen Vorbildern, aber doch recht gut. Ich musste wirklich ein paar Mal lachen.

Also: Gebt Bully ruhig noch eine zweite Chance.

BTW: Bei der ersten Folge kam mir das Ganze auch wie eine Persiflage auf Sitcoms vor. Allerdings hat das “Hier kommt Bush” schon viel besser hinbekommen. Die zweite Folge hatte ja auch einen Plot, der so alt ist wie das Sitcom-Genre an sich. Aber mal sehen, was die anderen Folgen bringen, und in welche Richtung sie gehen.